Ein Media Kit für Influencer ist das eine Dokument, das eine Brand vor der ersten Antwort auf eine Kooperationsanfrage lesen will – und die meisten Creator schicken stattdessen einen Instagram-Link und hoffen, dass die Bio reicht. Das Kit ersetzt das Rätselraten: eine Seite mit den Zahlen und dem Kontext, die eine Brand braucht, um "ja" zu sagen.
Warum Brands zuerst die Engagement Rate lesen, nicht die Bio
Laut dem HubSpot State of Social Media Trends Report sagen 52 % der Marketer, dass die Engagement Rate darüber entscheidet, mit welchem Creator sie zusammenarbeiten – deutlich vor reiner Followerzahl. Ein Media Kit, das mit einer Bio-Zeile beginnt statt mit einer Zahl, beantwortet damit nicht die erste Frage, die eine Brand stellt.
Genau deshalb gehört eine echte, aktuelle Engagement-Rate-Zahl ins Kit – nicht die grobe "3 % gelten als gut"-Faustregel, die jede zweite Vorlage im Netz empfiehlt. Miss sie mit dem Engagement Rate Rechner: er liest deinen Instagram-Handle direkt aus und benchmarkt dich gegen deine Nische statt gegen einen generischen Richtwert – trag genau diese Zahl in dein Kit ein. Zum Vergleich: Die Median-Engagement-Rate liegt je nach Nische zwischen 0,63 % und 2,02 %, wie unsere Engagement Benchmarks anhand von 53.162 Creator-Accounts zeigen – Kontext, der eine nackte Prozentzahl erst einordnet.
Media Kit Influencer: Die 6 Abschnitte, die jede Vorlage braucht
Ein Media Kit ist ein Entscheidungsdokument, kein Portfolio. Diese sechs Abschnitte, in dieser Reihenfolge:
- Positionierung – wer du bist und für welche Nische, in einem Satz, nicht in einem Lebenslauf.
- Zielgruppen-Demografie – Altersgruppe, Geschlechterverteilung, Top-3-Standorte deiner Follower (aus den Instagram Insights).
- Reichweite und Engagement Rate – durchschnittliche Reichweite pro Post/Reel plus die gemessene Engagement Rate aus dem Rechner oben.
- Bisherige Kooperationen – 2–4 Marken, mit denen du gearbeitet hast, plus ein greifbares Ergebnis pro Kooperation.
- Formate und Deliverables – was du anbietest: Feed-Post, Reel, Story-Serie, UGC-Video ohne eigenes Posting.
- Preise – Pakete oder ein Preis pro Format, kein "auf Anfrage".
Die Vorlage zum Ausfüllen
Kopiere die Feldnamen und fülle sie mit deinen eigenen Zahlen. Ein Beispiel pro Feld:
- Positionierung: _"Ich zeige Frauen zwischen 25 und 35 realistische Fitness-Routinen für den Alltag."_
- Zielgruppe: _68 % weiblich, 25–34 Jahre, Top-Standorte Berlin, München, Wien._
- Reichweite/Engagement: _Ø 4.200 Reichweite pro Reel, Engagement Rate 2,4 % (gemessen mit dem Engagement Rate Rechner, Stand September 2026)._
- Kooperationen: _"Kooperation mit [Marke]: Produktlaunch-Reel, 38.000 Views, 6 % Engagement Rate."_
- Formate: _1 Feed-Post, 3 Story-Frames, 1 Reel – oder als UGC-Paket ohne Posting auf dem eigenen Profil._
- Preise: _Reel ab 250 €, Story-Serie ab 90 €, Paket aus allen dreien ab 400 €._
Wie diese Preise realistisch kalibriert werden, zeigt der Rate-Guide nach Followerzahl im Detail – das Media Kit zeigt die Zahl, der Rate-Guide erklärt, wie sie zustande kommt.
Beispiel: schwach vs. gut
- Schwach: "Ich liebe Content-Creation und arbeite gerne mit tollen Marken zusammen!"
- Gut: "12.400 Follower, 2,4 % Engagement Rate (Nische: Fitness), Ø 4.200 Reichweite pro Reel."
Der zweite Satz beantwortet in drei Zahlen, was der erste in einem Adjektiv verschleiert.
In welchem Format du dein Media Kit verschickst
Ein PDF ist die sicherste Wahl: Es öffnet sich auf jedem Gerät gleich, lässt sich als Anhang verschicken und verändert sich nicht, nachdem du es abgeschickt hast. Eine Canva-Vorlage in ein PDF exportieren reicht völlig – du brauchst kein Design-Tool und keinen Grafiker dafür. Ein Notion- oder Google-Docs-Link funktioniert auch, hat aber einen Nachteil: Brands mit Dutzenden Anfragen pro Woche öffnen ungern zehn verschiedene Linkformate, ein PDF landet dagegen direkt im selben Ordner wie alle anderen. Verschicke die Datei nie als reinen Bildschirmfoto-Screenshot – dann fehlt der Text für die Suche im Postfach der Brand, und genau dort landet dein Kit beim zweiten Blick.
Häufige Fehler
- Keine Zahl, nur ein Gefühl. "Gute Reichweite" ist keine Kennzahl. Miss die Engagement Rate, bevor du das Kit verschickst.
- Das Kit wird zum Portfolio. Zehn Screenshots erschlagen die eine Zahl, die zählt. Eine Seite, sechs Abschnitte, fertig.
- Veraltete Zahlen. Ein Kit mit Werten von vor einem Jahr wirkt wie ein abgelaufenes Angebot – aktualisiere es alle drei bis sechs Monate.
- Preise verstecken. "Preise auf Anfrage" kostet Antworten. Eine Spanne reicht, wenn du keine Fixpreise nennen willst.
- Nur für große Accounts gedacht. Auch als Nano- oder Micro-Creator lohnt sich ein Media Kit erstellen – die Rate zählt mehr als die Followerzahl. Wer den Weg dorthin noch vor sich hat, findet in UGC Creator werden den Einstieg auch ganz ohne große Reichweite.
Fazit
Ein Media Kit für Influencer ist in einer Stunde erstellt, wenn die Zahlen bereits gemessen sind – der Rechner oben liefert die wichtigste davon in unter einer Minute. Wächst deine Reichweite parallel dazu bezahlt statt nur organisch, zeigt eine Instagram Marketing Agentur, wie sich das mit einem starken Media Kit kombinieren lässt; wer zuerst an den Grundlagen arbeiten will, findet in 10 Methoden für mehr Reichweite auf Instagram den praktischen Fahrplan dafür.
Häufige Fragen
Was gehört unbedingt in ein Media Kit für Influencer?
Sechs Abschnitte: Positionierung, Zielgruppen-Demografie, Reichweite und Engagement Rate, bisherige Kooperationen, Formate/Deliverables und Preise. Ohne eine echte Engagement-Rate-Zahl ist das Kit unvollständig – Brands prüfen genau das zuerst.
Wie lang sollte ein Media Kit sein?
Eine bis maximal zwei Seiten. Ein Media Kit ist ein Entscheidungsdokument, kein Portfolio – wenn eine Brand blättern muss, um die Kernzahlen zu finden, ist es zu lang.
Brauche ich für ein Media Kit eine bestimmte Followerzahl?
Nein. Nano- und Micro-Creator mit kleiner, aber engagierter Zielgruppe bekommen mit einer belastbaren Engagement Rate oft bessere Konditionen als große Accounts mit schwacher Interaktion – deshalb steht die Rate im Kit vor der Followerzahl.
Wie oft sollte ich mein Media Kit aktualisieren?
Alle drei bis sechs Monate, oder sofort nach einer erfolgreichen Kooperation oder einem spürbaren Sprung bei der Engagement Rate. Ein Kit mit Zahlen von vor einem Jahr wirkt bei Brands wie ein veraltetes Angebot.
Das startviral Team begleitet Creator bei Social-Wachstum. Wir schreiben über Algorithmus-Research, Creator Ads und nachhaltiges Wachstum.




